Verfasst von: nullmeridian | 8 Mai, 2009

Frechheit des Monats

Seit ein paar Tagen lag sie im Flur, heute hab ich sie aus ihrer Folienverpackung befreit und einen ersten Blick hineingeworfen. Was ich sah machte mich einigermaßen sprachlos: Ein ganzes Heft allein aus ehemaligen Artikeln der letzten 60 Jahre! Das Ding kostet als Einzelheft 10,50 Euro!

Schon lange bin ich mir meines Abonnement nicht mehr sicher, doch jetzt ist’s tatsächlich genug! Das ist der Gipfel der Unverschämtheit würde ich sagen. Eine Artikelsammlung zum Jubiläumsjahr, ok, wenn’s sein muss. Langweilig zwar, aber das kennt man ja von dieser Zeitschrift, die mit einer wissenschaftlichen Publikation dann doch eher wenig zu tun hat. Aber wenn dieses Heft, dann doch wohl bitte und gefälligst als kostenloses Gimmick, zusätzlich zur regulär erscheinenden Ausgabe mit aktuellen Artikeln! Alles andere ist absolut inakzeptabel und sollte von den Leserinnen und Lesern auch mit nichts anderem als Protest und am Besten mit der sofortigen Kündigung des Abonnements goutiert werden. Schade drum isses nicht, wie oben erwähnt. Langweilige Inhalte warennicht Ausnahme sondern die Regel!

Naja, ich will jetzt nicht großartig Stimmung gegen die Geographische Rundschau machen. Meinen gerechtfertigten Unmut und den Grund meiner nun folgenden Kündigung will ich aber mitteilen und dies hier, um öffentlich von den doch ziemlich bedenklichen Publikationspraktiken der Westermann-Zeitschrift zu berichten. Nehmt es als Warnung! Wer möchste soll sich jedoch gerne selbst davon überzeugen, reinschauen und reinlesen. Für Geographielehrer mag das Heft was taugen, für wissenschaftliche arbeitend und denkende GeographInnen ist’s meiner Meinung nach ungeeignet. Noch nichtmal ein Einblick wird in aktuelle Forschungsbereiche des Faches geliefert.


Antworten

  1. Achso, für unwissenschaftlich arbeitende Lehrer reicht es?
    Kleine Abwertung des Lehrerberufs, oder? Auch Lehrer müssen durchaus wissenschaftliche Literatur wälzen und unter Aspekten der Didaktik versuchen dies an Schüler zu bringen.Völlig unnötiger Kommentar, werter Mitbewohner!

  2. Ähhhh. Nö, das ist keineswegs eine Abwertung des Lehrerberufs, liebste Mitbewohnerin! Was ich damit lediglich sagen wollte ist Folgendes: Geographie-LehrerInnen haben immer wieder Bedarf an relativ populär und verständlich aufbereitetem geographischem Fachwissen, zur Unterrichtsvorbereitung oder um die Artikel selbst von Schülern bearbeiten zu lassen. Genau das liefert die GR. Dass Lehrer selbst, quasi zu ihrem wissenschaftlichen Vergnügen (denn es ist ihnen natürlich erlaubt, sich neben dem Beruf als Lehrer auch noch weiterhin für die wissenschaftliche Richtung ihres Faches zu interessieren für die sie an der Uni schließlich auch ausgebildet wurden) auch Fachartikel lesen ist natürlich ok und sogar wünschenswert. Nur finden sie diese dann eben nicht unbedingt in der Geographischen Rundschau.
    Die sind weder inhaltlich auf diesem Stand, noch decken sie thematisch das Spektrum auch nur annähernd ab. Was will man auch von einem Schulbuchverlag anderes erwarten, als dass er sich thematisch größtenteils daran orientiert, was auch im Schulalltag von Interesse ist. Dass jedoch im Schulalltag nur so ein kleiner Themenbereich abgedeckt wird, ist dann aber auch schon wieder ein anderer Punkt, der massiver Kritik bedarf!


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