Green IT? Energiefresser im Informationszeitalter

von nunatak

In der Zeit-Ausgabe Nr. 10 vom 28. Februar, erschien ein interessanter Artikel von Marcus Rohwetter über den massiven Energieverbrauch von Rechenzentren. Dass IT lange nicht so umweltfreundlich ist, wie in den Anfängen vermutet, wo man noch vom papierlosen und damit Ressourcen schonenden Büro geträumt hat, das ist schon seit Jahren kein Geheimnis mehr. In diesem Jahr steht jedoch die gerade stattfindende CeBIT (4. – 9. März) unter dem Motto: green IT. Dies sollte ein Anlass sein, auch einmal über Möglichkeiten des Energiesparens im IT-Bereich nachzudenken.

Im Zeit-Artikel erfährt man, dass Rechenzentren, wie sie weltweit von Internetfirmen wie Google betrieben werden, mittlerweile zu den energieaufwändigsten Anlagen überhaupt gehören. Was ehemals Aluminiumfabriken waren, sind heute Serverhallen! Google beispielsweise, das Unternehmen betreibt angeblich bis zu 200 Rechenzentren, hält sich mit konketen Aussagen über die Standorte von Rechenzentren und die Herkunft der Energie zurück. Der Gesamtverbrauch der weltweiten Rechenzentren betrug 2005 123 Milliarden Kilowattstunden, für 2010 wird er auf 216 Mrd. KWh geschätzt. Zum Vergleich: Der Jahresverbrauch der Stadt Berlin beträgt 13 Mrd. KWh.

Auch Alternativen zur derzeitigen, energieintensiven IT-Welt werden angesprochen. Durch Cloud Computing ließen sich zum Beispiel bis zu 90 Prozent der Energie sparen. Das wäre ein Prinzip, bei dem, anders als der gängigen Praxis der Personalcomputer, die Rechenleistung, Software und Daten in Rechenzentren gesammelt und am einzelnen Arbeitsplatz nur noch Terminals stehen würden.

Solche und andere Maßnahmen sind sicherlich ein sinnvoller Weg, den Energieverbrauch zu senken. Vor allem für geschäftlich genutzt Rechner und öffentliche PCs, wäre Cloud Computing eine leicht umsetzbare Maßnahme. Bei PCs für dem privaten Gebrauch zuhause, würden damit allerdings auch Probleme des Datenschutzes und der Privatsphäre auftauchen, die eine schnelle Umsetzung solcher Maßnahmen verhindern. Niemand möchte seine eigenen vertraulichen Daten in irgendwelchen Rechenzentren lagern, die sich der eigenen Kontrolle völlig entziehen. Allerdings sind hier sicherlich auch Lösungen in der Mitte möglich. Rechenleistung teilen und trotzdem lokale Datenträger verwenden, PCs wesentlich mehr auf den individuellen Bedarf anpassen und somit für bessere Energieeffizienz sorgen und Anderes.

Da ich selbst kein so großer Computerfreak bin, werde ich die CeBIT nicht besuchen. Vielleicht lässt sich aber in den Medien in den nächsten Tagen erfahren, wie weit Konzepte zur nachhaltigen Energiewirtschaft dort thematisiert werden.

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