Das Magazin Novo im neuen Gewand

von nunatak

Vor ein paar Tagen habe ich angefangen meine Blogroll und eine Linkliste mit lesenswerten Seiten zu füttern. Darunter befindet sich auch das Magazin Novo. Online lese ich die Texte schon einige Zeit und seit einem halben Jahr habe ich das alle zwei Monate erscheinende Heft auch im Abo.

Ab der aktuellen Ausgabe erscheint das Magazin nun in einem neuen Layout und nennt sich Novo Argumente für den Fortschritt. Damit einhergehen soll auch verstärkte Bekanntmachung. Novo wird erstmals in Bahnhofsbuchhandlungen verkauft und soll zukünftig auch an Universitäten öffentlich beworben werden. Ich muss zugeben, auf den ersten Blick gefiel mir das neue Outfit nicht besonders, das alte fand ich wesentlich hübscher. Jedoch will ich hier nicht vorschnell urteilen, sondern mich erst mal von den nächsten Ausgaben überraschen lassen. Außerdem kann ich auch nicht ausschließen, dass es zum Teil auch einfach die Gewohnheit war, die mir das alte Gewand als sympathischer erscheinen lies. Und am Ende kommt’s ja dann doch auf die Inhalte an.

Genau hier, bei den Inhalten, Themen und Standpunkten der verschiedenen Autoren, möchte ich auch weitermachen. Thematisch interessieren mich die Artikel meist sehr. Nur wenige gehen völlig an meinem Interessengebiet vorbei. Allerdings stehe ich den vertretenen Meinungen der Autoren auch oft äußerst kritische gegenüber! Jedoch macht genau dies für mich die Lektüre des Magazins immer wieder interessant. Nur meine eigene Meinung bestätigt zu lesen ist schließlich kaum ein geistiger Fortschritt.

Die aktuelle Ausgabe befasst sich schwerpunktmäßig mit dem Zusammenhang von Wirtschaft und Politik. Es geht darum inwiefern Wissenschaft Politik macht und sich Politik mittels wissenschaftlicher Standpunkte rechtfertigt und damit ein wenig aus der Verantwortung stiehlt. Kritisiert wird, dass wissenschaftliche Standpunkte zum Konsens erklärt werden und damit, diesem Konsens in Opposition stehende Wissenschaft und Wissenschaftler diskreditieren will. Insbesondere beim Themakomplex Klimawandel und Klimaschutz würden solche zu Dogmen erhobene wissenschaftliche und politische Standpunkte sogar zur nachteiligen Behinderung von offener zukunftsfähiger Forschung führen. Über dieses Thema beabsichtige ich in den nächsten Tagen einen eigenen Beitrag zu schreiben, so will ich ihn jetzt nicht weiter vertiefen.

Trotz der inhaltlichen Kritik, mit der ich vielen Beiträgen begegne, ist das Magazin in jedem Fall eine lohnens- und empfehlenswerte Lektüre. So mache ich auf diese Weise ein bisschen Werbung um mögliche Abonnementen und unterstütze damit das momentane Vorhaben der Redaktion, größere Publizität zu erreichen. Besonders sympathisch und wertvoll empfinde ich die konsequent kritische Haltung, auch und vor allem, dem gerade vorherrschenden gesellschaftlichen Konsens gegenüber. Im Selbstportrait des Magazins heißt es:

Wir schreiben gegen selbstgefällige Volkserzieher, bürokratische Kleingeister, apokalyptische Rufer und neoreligiöse Moralisten. Uns interessiert, was Sache ist, und nicht, was das Stimmungsbarometer misst. Wir spüren in den Nischen des globalen intelektuellen Diskurses Ideen und Konzepte auf, die Wege aus der aktuellen geistigen und politischen Stagnation weisen können. Wir bieten Argumente für den Forschritt und stehen für Freiheit, Vernunft und Humanismus. Jeder, der mit in den Ring steigen möchte, ist willkommen und soll sich melden.

Unter dieser einladenden und freiheitlichen Selbstdarstellung, halte ich Novo für einen geeigneten Ort eine intelligente und inhaltlich kontroverse Diskussion um brennende gesellschaftliche, politische und ökologische Themen zu führen.

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