nullmeridian aka nunatak

Hin und wieder schreibe ich hier was.

Kategorie: Allgemeines

Frechheit des Monats

Seit ein paar Tagen lag sie im Flur, heute hab ich sie aus ihrer Folienverpackung befreit und einen ersten Blick hineingeworfen. Was ich sah machte mich einigermaßen sprachlos: Ein ganzes Heft allein aus ehemaligen Artikeln der letzten 60 Jahre! Das Ding kostet als Einzelheft 10,50 Euro!

Schon lange bin ich mir meines Abonnement nicht mehr sicher, doch jetzt ist’s tatsächlich genug! Das ist der Gipfel der Unverschämtheit würde ich sagen. Eine Artikelsammlung zum Jubiläumsjahr, ok, wenn’s sein muss. Langweilig zwar, aber das kennt man ja von dieser Zeitschrift, die mit einer wissenschaftlichen Publikation dann doch eher wenig zu tun hat. Aber wenn dieses Heft, dann doch wohl bitte und gefälligst als kostenloses Gimmick, zusätzlich zur regulär erscheinenden Ausgabe mit aktuellen Artikeln! Alles andere ist absolut inakzeptabel und sollte von den Leserinnen und Lesern auch mit nichts anderem als Protest und am Besten mit der sofortigen Kündigung des Abonnements goutiert werden. Schade drum isses nicht, wie oben erwähnt. Langweilige Inhalte warennicht Ausnahme sondern die Regel!

Naja, ich will jetzt nicht großartig Stimmung gegen die Geographische Rundschau machen. Meinen gerechtfertigten Unmut und den Grund meiner nun folgenden Kündigung will ich aber mitteilen und dies hier, um öffentlich von den doch ziemlich bedenklichen Publikationspraktiken der Westermann-Zeitschrift zu berichten. Nehmt es als Warnung! Wer möchste soll sich jedoch gerne selbst davon überzeugen, reinschauen und reinlesen. Für Geographielehrer mag das Heft was taugen, für wissenschaftliche arbeitend und denkende GeographInnen ist’s meiner Meinung nach ungeeignet. Noch nichtmal ein Einblick wird in aktuelle Forschungsbereiche des Faches geliefert.

Der neue Freitag

Die vielleicht einst beste Wochenzeitung des deutschsprachigen Printmediengetümmels wurde mit der letztwöchigen Ausgabe einer bereits angekündigten Komplettsanierung unterzogen. Angekündigt war das Ganze schon länger. Seitdem Jakob Augstein das leider sehr auflagenschwache Blatt im Mai übernommen hatte, stand dieser Schritt im Raum. Einhergehend mit der überarbeiteten Printausgabe ist auch die Webseite komplett neu aufgelegt worden. Erklärtes Ziel ist insbesondere die enge Zusammenarbeit mit der Leserschaft und der Internet-Community. Der Untertitel des Blattes wurde daher auch von „Ost-West Wochenzeitung“ in „Das Meinungsmedium“ umbenannt.

Lange war ich treuer Leser des Freitag. Zuletzt jedoch nichtmehr Abonnent sondern lediglich Online-Leser des epaper-Angebots, da schon seit ca. 2 Jahren ein Qualitätsverlust der Inhalte zu erkennen war. Zumindest nach meinem persönlichen Geschmack.  Der Freitag als komplettes pdf-epaper war einmalig in der deutschen Medienlandschaft. War? Ja, denn mit der Überarbeitung wurde auch dieses wunderbare Geschenk an die Leser über Bord geworfen. Schade, war doch gerade dies ein entscheidender Grund für mich den Freitag zu abonnieren.

In den Kommentaren zur Neuauflage überwiegen in der neuen Community bei weitem die kritischen und enttäuschten Stimmen gegenüber jenen die das neue Angebot als gelungen empfinden. Auch ich gehöre durchaus zu den Kritikern und habe damit ein eher pessimistisches Gefühl was die Zukunft der Zeitung angeht. Das muss ich ehrlicherweise zugeben. Ich hoffe allerdings das es anders läuft und der Freitag nicht bei dem stehenbleibt was jetzt ist, dass die Zeitung ein langfristiges finanzielles Auskommen findet und ihre journalistische Qualität wieder dorthin findet, wo sie vor einigen Jahren war. Damals leider von der Öffentlichkeit viel zu wenig erkannt, wie ich finde.

All dies kann aber nur geschehen, wenn der Freitag nicht einfach andere Printmedien in Layout und Inhalten kopiert und diesen nacheifert. Dafür ist kaum ausreichend Platz. Der erste neue Schritt war jedoch leider einer in diese Richtung des Mainstreams. Auch wenn von der Redaktion natürlich gegenteiliges behauptet wird. Der Online-Auftritt unterscheidet sich auf den ersten Blick nicht von zig anderen Portalen.

An all die Leser und Nichtleser dieses Blogs: Lest den neuen Freitag, lest ihn kritisch und kommentiert ihn in der Online-Community. Darauf, dass er nicht untergeht – es wäre tatsächlich ein großer Verlust! – und darauf, dass er seine alte Qualität wieder erreichen kann und überbietet! Hier gibt es das dreiwöchige, kostenlose Probeabo. Schließlich muss der Freitag zunächst einmal beweisen, dass er die Unterstützung auch verdient.

Alles Gute dem Freitag, auf ein Gelingen ohne den Verlust der eigenen Identität! Ein kleiner Tipp, der von vielen Lesern und Leserinnen sicherlich belohnt würde: Nehmt das epaper wieder ins Programm. Da ihr ohnehin auf das Internet als quasi gleichwertigem Verbeitungskanal setzt, werden ohnehin die meisten Artikel online erscheinen. Den Freitag auch als PDF-File zu haben war immer eine tolle Sache. Auch für Menschen, die sich ein regelmäßiges Abonnement vielleicht nicht leisten können. Wie wäre es beispielsweise, wenn der epaper-Freitag nicht, wie bisher, sofort mit der Printausgabe erscheint, sondern vielleicht erst am darauffolgenden Mittwoch. Also einen Tag vor dem Erscheinen der neuen Ausgabe.

Das Magazin Novo im neuen Gewand

Vor ein paar Tagen habe ich angefangen meine Blogroll und eine Linkliste mit lesenswerten Seiten zu füttern. Darunter befindet sich auch das Magazin Novo. Online lese ich die Texte schon einige Zeit und seit einem halben Jahr habe ich das alle zwei Monate erscheinende Heft auch im Abo.

Ab der aktuellen Ausgabe erscheint das Magazin nun in einem neuen Layout und nennt sich Novo Argumente für den Fortschritt. Damit einhergehen soll auch verstärkte Bekanntmachung. Novo wird erstmals in Bahnhofsbuchhandlungen verkauft und soll zukünftig auch an Universitäten öffentlich beworben werden. Ich muss zugeben, auf den ersten Blick gefiel mir das neue Outfit nicht besonders, das alte fand ich wesentlich hübscher. Jedoch will ich hier nicht vorschnell urteilen, sondern mich erst mal von den nächsten Ausgaben überraschen lassen. Außerdem kann ich auch nicht ausschließen, dass es zum Teil auch einfach die Gewohnheit war, die mir das alte Gewand als sympathischer erscheinen lies. Und am Ende kommt’s ja dann doch auf die Inhalte an.

Genau hier, bei den Inhalten, Themen und Standpunkten der verschiedenen Autoren, möchte ich auch weitermachen. Thematisch interessieren mich die Artikel meist sehr. Nur wenige gehen völlig an meinem Interessengebiet vorbei. Allerdings stehe ich den vertretenen Meinungen der Autoren auch oft äußerst kritische gegenüber! Jedoch macht genau dies für mich die Lektüre des Magazins immer wieder interessant. Nur meine eigene Meinung bestätigt zu lesen ist schließlich kaum ein geistiger Fortschritt.

Die aktuelle Ausgabe befasst sich schwerpunktmäßig mit dem Zusammenhang von Wirtschaft und Politik. Es geht darum inwiefern Wissenschaft Politik macht und sich Politik mittels wissenschaftlicher Standpunkte rechtfertigt und damit ein wenig aus der Verantwortung stiehlt. Kritisiert wird, dass wissenschaftliche Standpunkte zum Konsens erklärt werden und damit, diesem Konsens in Opposition stehende Wissenschaft und Wissenschaftler diskreditieren will. Insbesondere beim Themakomplex Klimawandel und Klimaschutz würden solche zu Dogmen erhobene wissenschaftliche und politische Standpunkte sogar zur nachteiligen Behinderung von offener zukunftsfähiger Forschung führen. Über dieses Thema beabsichtige ich in den nächsten Tagen einen eigenen Beitrag zu schreiben, so will ich ihn jetzt nicht weiter vertiefen.

Trotz der inhaltlichen Kritik, mit der ich vielen Beiträgen begegne, ist das Magazin in jedem Fall eine lohnens- und empfehlenswerte Lektüre. So mache ich auf diese Weise ein bisschen Werbung um mögliche Abonnementen und unterstütze damit das momentane Vorhaben der Redaktion, größere Publizität zu erreichen. Besonders sympathisch und wertvoll empfinde ich die konsequent kritische Haltung, auch und vor allem, dem gerade vorherrschenden gesellschaftlichen Konsens gegenüber. Im Selbstportrait des Magazins heißt es:

Wir schreiben gegen selbstgefällige Volkserzieher, bürokratische Kleingeister, apokalyptische Rufer und neoreligiöse Moralisten. Uns interessiert, was Sache ist, und nicht, was das Stimmungsbarometer misst. Wir spüren in den Nischen des globalen intelektuellen Diskurses Ideen und Konzepte auf, die Wege aus der aktuellen geistigen und politischen Stagnation weisen können. Wir bieten Argumente für den Forschritt und stehen für Freiheit, Vernunft und Humanismus. Jeder, der mit in den Ring steigen möchte, ist willkommen und soll sich melden.

Unter dieser einladenden und freiheitlichen Selbstdarstellung, halte ich Novo für einen geeigneten Ort eine intelligente und inhaltlich kontroverse Diskussion um brennende gesellschaftliche, politische und ökologische Themen zu führen.

Online-Bibliothek der Geowissenschaften!

Der Blog hier soll ja demnächt bald mal mit geographischen Themen und Diskussionsanregungen sowie Kommentare zu meiner Sammlung an del.icio.us-Links geben.Das wird allerdings noch bis nach der Klausurenzeit auf sich warten lassen. Bis dahin, ein heißer Tipp: Irgendjemand erstellt zur Zeit eine umfassende Linksammlung bei del.icio.us mit allem was irgendwie geographisch interessant ist. Den User geobib sollte also jeder Interessierte in seinem Netzwerk haben. Und mich natürlich auch. hehe 😉

Bald geht’s los….

Hier entsteht ein neuer Weblog. Der Blog ist ja schon da, die Inhalte werden demnächst in unregelmäßigen Abständen folgen.

Thematisch wird sich’s vor allem um politisches, kulturelles, Gesellschaft und Umwelt, geographisches und ethnologisches drehen. Und was mir sonst noch so im Alltag eines Kommentars wert scheint. Man darf gespannt sein….